„Ein letztes Mal …

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Ein (H)Ort voller Erinnerungen – und mit Blick nach vorn

Manche Häuser sind mehr als vier Wände, Dach und Garten. Sie werden zu Orten, an denen Kinder wachsen, Gemeinschaft entsteht und Erinnerungen bleiben. Das frühere Horthaus der Kindertagesstätte St. Altfrid ist ein solcher Ort. Über viele Jahrzehnte wurde hier gespielt, gelernt, gelacht, gefeiert und manchmal auch getröstet.

Als GWG wissen wir, dass Gebäude immer auch Teil von Lebensgeschichten sind. Deshalb berührt der nachfolgende Rückblick besonders. Er zeigt, wie viel Bedeutung ein Haus für Kinder, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher haben kann, wenn es mit Leben, Haltung und Fürsorge gefüllt wird.

Auch wenn mit der Schließung des Horthauses ein Abschnitt endet, verbinden wir damit zugleich die Hoffnung auf eine gute weitere Nutzung. Unser Wunsch ist, dass dieser besondere Ort auch künftig Menschen zusammenführt, Raum für Neues schafft und weiterhin einen positiven Beitrag für das Quartier leistet.

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St. Altfrid01
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Ein letztes Mal …

Ein letztes Mal sitze ich hier und schreibe einen Bericht über unser Horthaus der Kindertagesstätte St. Altfrid. Seit 33 Jahren bin ich dort beschäftigt und habe ausschließlich im Hort gearbeitet. Viele fragen mich: „Wird das nach so langer Zeit nicht langweilig?“ Meine Antwort war immer ganz klar: „Nein – kein Tag war wie der andere.“

Seit zwei Jahren wissen wir, dass unser Hort schließen muss. Nun rückt dieser Zeitpunkt immer näher. Noch kann ich es kaum glauben – es fühlt sich immer noch unwirklich an.

1993 habe ich im Anbau der Kita begonnen. Damals hatten wir eine Hortgruppe mit bis zu 50 Kindern. Einige Jahre später bot sich die Möglichkeit, gegenüber ein Haus der GWG zu mieten. Aus diesem Horthaus wurde schnell ein kleines Paradies für unsere Schulkinder.

Auf drei Etagen gab es zahlreiche Spiel-, Rückzugs- und Lernmöglichkeiten. Hinzu kam der große Garten des alten Siedlungshauses mit seinen vielfältigen Spielangeboten. Ein gepflasterter Rundweg lud zum Roller- und Kettcarfahren ein, die große Sandkiste mit Wasserpumpe war stets ein beliebter Treffpunkt. Dort entstanden Staudämme, Burgen und Schlösser. Besonders schön war, dass wir das Gelände für uns allein hatten – ohne Trubel, dafür mit viel Platz zum Spielen und Entdecken.

Was unser Horthaus aber besonders gemacht hat, war das familiäre Miteinander.

Kinder verbrachten viele Stunden ihres Tages bei uns. Gemeinsam wurde gegessen, gelernt, gespielt, gelacht und manchmal auch getröstet. Die Großen halfen den Jüngeren, Freundschaften entstanden über viele Jahre und wir Erzieherinnen durften die Kinder ein Stück ihres Lebens begleiten. Unser Hort war für viele wie ein zweites Zuhause – ein Ort, an dem sich jeder willkommen und geborgen fühlen konnte.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das täglich frisch von unserer Köchin zubereitet wurde, erledigten die Kinder ihre Hausaufgaben in der oberen Etage. Anschließend blieb bis 16.30 Uhr genügend Zeit zum Spielen, Basteln, Toben oder einfach zum Ausruhen.

Jedes Kind hatte seinen eigenen Tagesablauf. Einige gingen nach den Hausaufgaben nach Hause, andere besuchten Vereine oder blieben bis zum Nachmittag bei uns.

In den Ferien unternahmen wir viele schöne Ausflüge. Ob ins Maislabyrinth, in die Allerwelle, für mehrere Tage in eine Jugendherberge oder auf längere Fahrradtouren – langweilig wurde es nie. Unsere längste Tour führte über 28 Kilometer zum Tankumsee, natürlich mit kleinen Pausen für ein Eis oder einem Abstecher nach Isenbüttel, um Kühe zu füttern.

Ein letztes Mal feiern wir in der kommenden Woche gemeinsam Geburtstag. Oft gehörte dazu eine Schatzsuche durch die Siedlung, bei der die Kinder den Kreidepfeilen folgten und schließlich den Schatz auf dem Waldspielplatz fanden.

Am 1. Juli beginnen die Sommerferien – und gleichzeitig nehmen wir Abschied. Dieses Mal verabschieden wir nicht nur die Viertklässler, sondern alle Kinder unseres Horthauses.

33 Jahre sind eine lange Zeit. Es bleiben unzählige Erinnerungen, viele lachende Kindergesichter und das gute Gefühl, Teil eines ganz besonderen Ortes gewesen zu sein. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Unser Horthaus wird schließen – doch die Erinnerungen und die vielen schönen gemeinsamen Jahre werden bleiben.

Dieser Bericht ist gleichzeitig ein Dank an alle Kinder, Eltern, Kolleginnen und Kollegen, die mich in den vergangenen 33 Jahren begleitet haben. Die vielen gemeinsamen Erlebnisse, das familiäre Miteinander und die unzähligen schönen Erinnerungen werden mich noch lange begleiten.

Ein besonderer Dank gilt auch Herrn Wrasmann, der alle ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen hat, gemeinsam 50 Jahre Hort mit einem würdigen Abschied im Garten des Horthauses zu feiern. Ich freue mich sehr, dass wir uns dort noch einmal begegnen, Erinnerungen austauschen und diesen besonderen Ort gemeinsam verabschieden können.

Denn auch wenn das Horthaus seine Türen schließt – die Erinnerungen an 50 Jahre voller Leben, Lachen und Gemeinschaft werden bleiben.

Autorin: Alexandra Herr

St Alfrid Ein letztes Mal